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Mann hat es – oder nicht

Womanizer: Das gewisse Etwas namens Charisma

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Gern fällt eine Vokabel, wenn es um Hollywood-Star George Clooney geht: Womanizer. Aber was ist das überhaupt, ein Womanizer? Der Gentleman-Blog mit einer Betrachtung.

Womanizer, was ist das?

Der erste Blick geht in die Lexika. Hilft aber nicht wirklich. Frauenheld, Casanova, Lebemann, Don Juan steht da. Das trifft‘s nicht. Auch wenn sich beides nicht ausschließen muss: Ein Womanizer ist so wenig automatisch ein Schürzenjäger wie ein Appetizer direkt Völlerei suggeriert.

Der Duden offenbart weiterführende Synonyme: Charmeur, Verführer, Charmebolzen, Herzensbrecher. Ursula von der Leyen war wie vom Donner gerührt, als Clooney sie neulich bei der Verleihung des Medienpreises herzte. Ja, das können sie, die Womanizer dieser Welt. Smart sind sie. Charmant. Stilvoll. Manierlich. Gentlemen zumeist. Jeder auf seine Art. Eines aber ist allen gemein: Charisma! Diese ganz besondere Duftnote. Esprit. Ausstrahlung. Haltung. Charakter. Ritterlichkeit. Das summiert sich zu Sexappeal.

Entzücktes Erschauern

Ob sie diese Tugenden tatsächlich haben, weiß man nicht. Doch man traut es ihnen zu. Man, nein Frau traut ihnen vermutlich eine Menge zu, hie und da vielleicht mit entzücktem Erschauern. Es ist dieses viel zitierte, fast undefinierbare gewisse Etwas. Clooney hat‘s, aber den lassen wir fürderhin außen vor.

Wer noch? Die Schauspielkollegen: Al Pacino. Robert de Niro. Sir Anthony Hopkins natürlich. Sind Jude Law oder Christian Bale schon welche? Jetzt schon? Wird aus dem Beau Matthew McConaughey auch ein Womanizer? Im gleichnamigen Film hat er den zwar gespielt, der Plot aber sah lediglich einen mit Frauenpower spät geläuterten Ladykiller vor. Und Clooney (nur das eine Mal noch) damals in Grey‘s Anatomy: Bloß ein Schönling? Oder bereits ein Womanizer?

Gianni Agnelli, der Fiat-Patriarch, war einer, ohne Frage. Nicht seiner Millionen wegen – außer für banale Gemüter –, sondern weil er Profil hatte. Ein Typ halt. Wie Leonard Bernstein, der große Dirigent. Charisma nährt sich aus Erfahrung. Aus Reife, Wissen, Können. Auch aus Position und aus Macht. Geist ist geil. Erst recht, wenn das Ganze mit gutem Aussehen, mit den Augenfältchen des Zwinkerns und den Grübchen des Lächelns daherkommt. Die Mischung macht‘s.

Keine Einheitsformel

Mit dem Charisma verhält es sich freilich wie mit der Schönheit. Beides liegt im Auge des Betrachters. Geschmacksache sozusagen. Jeder wirkt anders, nimmt anders wahr. Die Gattung Womanizer hat keine Einheitsformel, steht aber mindestens für Individualität. Genau das ist möglicherweise eine Erklärung: Womanizer weichen vor allem von Allerweltsmustern ab. Sie sind – und wenn nur um Nuancen – anders als sattsam Gewohntes und anders als Weichgespültes und mit dem Strich Gebürstetes. Da fängt der Reiz an. Aber auch der fruchtbare Boden für Blender. Quandt-Tochter Susanne Klatten hat es mit ihrem Schweizer Belami erlebt, ganz Deutschland vor einigen Jahren mit dem fränkischen Minister-Baron – nur Womanizer-Kopien, die zwei.

Britney Spears trällerte einst: „Du machst mich an, Du bist so charmant; Du denkst, ich sei nichts anderes als ein Opfer; Aber ich werde dir nicht verfallen; denn ich weiß, was du bist – ein Womanizer.“ Nun ja, die Expertise des Pop-Sternchens in dieser Angelegenheit darf bezweifelt werden.

Ureigene Attitüde

Von Schürzenjägerei ist das Phänomen Womanizer nämlich meilenweit entfernt. Wenn Bill Clinton als einer gilt, dann nicht wegen seiner Anziehungskraft auf Praktikantinnen, sondern weil der einstige US-Präsident ein einnehmendes Wesen hat, charmant und witzig ist und keinerlei Dünkel erkennen lässt. So wie sein Nach-Nachfolger Barack Obama übrigens auch. Vom entfernten Vorgänger John F. Kennedy gar nicht zu reden. Der war zudem ein markiges Mannsbild und vom geheimnisvoll-anziehenden Pheromon des Upper-Class-Adels umweht.

Womanizer faszinieren. Womit auch immer. Sie dind Typen. Souverän in ihrer ureigenen Attitüde. Eine seltene Spezies. Darauf einen Tusch. Am besten von Jazz-Trompeter Till Brönner, auch er ist einer.

Eine Frage bleibt: Wie nennt man eigentlich Frauen, die uns Männer in chevaleresker Anbetung aufs Knie sinken lassen?

Der Autor

Für den freien Journalisten und Diplom-Golfbetriebsmanager Michael F. Basche ist das altehrwürdige Spiel Golf mit all seinen Facetten eine Klammer für die vielfältigen Aspekte stilvoller Individualität. Mit seiner Dienstleistungsmarke FairGreen berät er u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity und als Autor widmet er sich der gepflegten Lebensart.

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Kommentare (4)

  1. Kirsten
    Feb 6, 2018

    Womanizer sind oft sehr, sehr einsam, denn sie können perfekt – den Anfang der Geschichte. Sobald der erste Zauber verflogen ist, wissen sie nicht mehr weiter, werden unsicher und suchen die nächste Kennenlern-Situation. Frauenherzen fliegen ihnen zunächst zu, weil sie den Traum von dem perfekten Mann zu Beginn so sehr verkörpern, dass es die Frauenseele regelrecht erschüttert.Beim zweiten Date ist leider oft schon nichts mehr davon da. Von denen, die sich fragen, wie man ein Womanizer wird, könnten diese Herren lernen, wie es weitergeht…

  2. Jan 16, 2016

    Die neuen Tests zum Womanizer hier http://womanizer-pro-test.de/

  3. MAC
    Feb 11, 2015

    Toller Artikel, der Richtigkeit wegen: Mr. Clooney war Castmitglied bei Emergency Room, leider nie bei Grey’s Anatomy. Viele Grüße und bitte mehr von diesen Beiträgen!

  4. batzn
    Mrz 24, 2013

    Konnte eine solche Fraue eine femme fatal sein?
    Es muss ja nicht unbedingt tödlich ausgehen aber zumindest mit einem gebrochenen Herzen bzw. vollkommene Verehrung.

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