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Abschied mit einem Lächeln

Drei Tipps für Trauerreden mit einer Prise Humor

Drei Tipps für Trauerreden mit einer Prise Humor

Darf man in einer Rede zur Beerdigung Witze machen? Auf jeden Fall, findet Matthias Müller-Krey. Im Gentleman-Blog erklärt der Redenschreiber und Ghostwriter, wie man eine Trauerrede formuliert, die die Hinterbliebenen ein wenig aufheitert und die dem Ernst der Situation trotzdem gerecht wird.

In der Trauerrede Leben und Leistungen würdigen

In Trauerreden sind dazu da, das Leben und die Leistungen der oder des Verstorbenen zu würdigen. Doch es geht noch um mehr. Reden zur Beerdigung haben darüber hinaus die Funktion, den Trauergästen den Abschied ein wenig zu erleichtern. Im besten Fall zeigt die Rednerin oder der Redner den Zuhörern einen Weg, mit dem Schmerz ein kleines bisschen besser klarzukommen.

Ein Mittel dazu sind amüsante Erinnerungen und Anekdoten aus dem Leben des Verstorbenen. Humorvolle Erinnerungen helfen den Zuhörern dabei, nicht nur Trauer, sondern auch Dankbarkeit zu empfinden. An das Formulieren einer lustigen Abschiedsrede sollte man allerdings mit dem größtmöglichen Feingefühl herangehen, damit diese von den Trauergästen nicht als unpassend oder unangemessen empfunden wird. Wie das geht, erfahren Sie in diesen drei Tipps:

1. Tipp: Würdigen Sie nicht nur die Lebensleistung, sondern auch die komischen Momente

Das Leben hört nicht auf, lustig zu sein, wenn jemand stirbt, und es hört nicht auf,
ernst zu sein, wenn jemand lacht.

Diesen Satz soll der Schriftsteller George Bernard Shaw einmal von sich gegeben haben und er enthält eine Weisheit, die beim Schreiben von Trauerreden sehr hilfreich sein kann: Ernsthaftigkeit und Heiterkeit liegen oft nahe beieinander.

Diesem Umstand tragen Trauerreden leider viel zu selten Rechnung. Meistens werden Lebensdaten aufgesagt. Dazu werden positive Eigenschaften und berufliche Meilensteine hervorgehoben. Doch die lustigen Momente, die liebenswerten Macken des Verstorbenen und die kleinen Niederlagen und Triumphe Alltags werden meist mit keinem Wort erwähnt. Doch auch die gehören zum Leben und darum gehören sie auch in die Trauerrede.

Am besten stellt man sich eine Trauerrede so ähnlich vor wie eine Slide-Show mit Fotos aus dem Leben des Verstorbenen. Dort hinein gehören natürlich Bilder vom Schulabschluss, der Gesellenprüfung oder der von Hochzeit. Die Dia-Show des Lebens enthält aber auch Schnappschüsse von Blödeleien auf dem Sportplatz, von Missgeschicken auf der Tanzfläche oder von durchzechten Abenden im Bierzelt.

Hat man sich dies einmal bewusst gemacht, ist das Schreiben der Rede gar nicht mehr so schwierig. Wer in einer Trauerrede den amüsanten Momenten ähnlich viel Platz einräumt wie den Highlights aus dem Lebenslauf, schreibt ganz von selbst eine persönliche und humorvolle Abschiedsrede.
Formulieren kann man dies zum Beispiel so:

„Der Abschied von Peter Müller fällt uns schwer. Vieles werden wir niemals vergessen, zum Beispiel seinen Ehrgeiz, seine Geduld, seine Hilfsbereitschaft oder seinen absolut hoffnungslosen Versuch, das Opernsingen zu lernen.“

2. Tipp: Humorvolle Zitate können der Rede eine Richtung geben

Zur Beerdigung eines geliebten Menschen eine Ansprache zu halten, ist selbst für erfahrene Redner eine Herausforderung. Um diese schwierige Aufgabe ein wenig einfacher zu machen, kann man sich von den Gedanken berühmter Denker und Autoren inspirieren zu lassen.

Zitate sind gedankliche Konzentrate, die komplexe Ideen verständlich und kompakt auf den Punkt bringen. Sie sind darum besonders wertvoll, wenn es darum geht, eine Kernbotschaft für die Rede zu finden. Ein gutes Beispiel dafür liefert die Rede, die George W. Bush bei der Beerdigung seines Vaters gehalten hat.

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Zu Beginn seiner rührenden und gleichzeitig köstlichen Ansprache zitiert der ehemalige US-Präsident den Humanisten Ashley Montagu mit den Worten:

„Ich will jung sterben – und zwar so alt wie möglich.“

Gleich darauf erzählt Bush eine Anekdote, in der sich sein Vater im Alter 85 Jahren in seinem Speedboat ein Rennen mit dem Secret Service liefert. Viele weitere Geschichten folgen, die allesamt dazu dienen, den Lebenshunger des Verstorbenen zu würdigen – und das Zitat am Anfang bietet den idealen Rahmen dafür.

Wer ein Zitat mit einer passenden Grundidee für die Rede findet, dem geht das Schreiben
anschließend erheblich leichter von der Hand. Viele weitere humorvolle Zitate für Trauerreden gibt es hier.

3. Tipp: Eine humorvolle Trauerrede sollte vor einem Probepublikum getestet werden

Die Trauernde soll den Hinterbliebenen dabei helfen, mit dem Verlust ein wenig besser zurechtzukommen. Darum ist es sehr wichtig, Worte zu wählen, die von den Zuhörern, insbesondere von den engen Angehörigen, nicht als unpassend empfunden werden. Ganz zu schweigen davon, dass ein unangemessener Gag für die Rednerin oder den Redner extrem peinlich werden kann.

Wer sichergehen möchte, mit seiner Trauerrede niemandem vor den Kopf zu stoßen, sollte die Rede darum vor der Beerdigung mindestens einer Probezuhörerin oder einem Probezuhörer laut vortragen.

Am besten stimmt man die Rede und die darin enthaltenen humorvollen Bemerkungen mit einem nahen Angehörigen oder einer engen Freundin des Verstorbenen ab. Weil es sich um eine Rede handelt, genügt es nicht, lediglich den Text zu verschicken. Am besten liest man die Rede laut vor – notfalls am Telefon – oder macht eine Ton- oder Video-Aufnahme.

Diese Herangehensweise stellt sicher, dass die Worte dem Anlass angemessen sind und dass die Rede den Trauernden wirklich dabei hilft, sich mit einem Lächeln vom Verstorbenen zu verabschieden.

Fazit

Eine Trauerrede sollte auch die lustigen Momente des Lebens würdigen. Zitate können beim Schreiben Orientierung geben. Außerdem sollte keine Trauerrede gehalten werden, ohne vorher vor einem Probepublikum getestet zu werden. Wer diese drei Tipps beachtet, dem wird es gelingen, die Trauergäste mit der Rede ein wenig aufzuheitern und würdevoll Abschied zu nehmen.

Der Autor

Matthias Müller-Krey arbeitet als freiberuflicher Redenschreiber in Berlin. Er schreibt Reden, Bücher und andere Texte für Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Zudem bietet er verschiedene Seminare an, darunter auch einen Workshop zum Thema Redenschreiben mit Humor und den Onlinekurs „Professionell Reden schreiben in sieben einfachen Schritten“.

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