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Tipps für die Brautvater-Rede zur Hochzeit

Tipps für die Brautvater-Rede zur Hochzeit

Die Rede zur Hochzeit der eigenen Tochter gilt als große Ehre. Doch schon der Gedanke an eine Ansprache vor Publikum treibt vielen Brautvätern den Angstschweiß auf die Stirn. Zu übergroßer Nervosität besteht jedoch kein Anlass, sagt Matthias Müller-Krey. Im Gentleman-Blog erklärt der Redenschreiber und Ghostwriter, wie man eine Brautvaterrede humorvoll formuliert und stilsicher vorträgt.

Hochzeitsrede als Brauvater kein Hexenwerk

Es wäre toll, wenn du bei der Hochzeit ein paar Worte sagen könntest.“ Dieser Satz markiert für viele Brautväter den Auftakt zu einer großen Herausforderung. Denn die meisten, die bei einer Hochzeitsfeier eine Ansprache halten, haben zuvor selten oder noch nie vor Publikum gesprochen. Viele befürchten, nicht den richtigen Ton zu treffen oder sogar peinliche Fehler zu machen. Entsprechend nervös gehen sie an die Aufgabe heran.

Dabei ist eine gelungene Hochzeitsrede als Brauvater kein Hexenwerk. Mit dem nötigen Handwerkszeug kann jeder eine erfolgreiche Rede halten. Wer die richtigen Tricks kennt, kann sein Publikum sogar bestens unterhalten und zum Lachen bringen. Die Kunst besteht darin, sich zunächst in Ruhe zu überlegen, was man seinem Publikum mitteilen will. Brautväter sollten sich zunächst die Frage stellen: Wozu dient meine Rede eigentlich?

Die Rede des Brautvaters ist ein Ritual

Denn eine Hochzeit ist ein uraltes Ritual und viele seiner Bestandteile haben ganz bestimmte Funktionen. Ähnlich wie das Führen der Braut zum Altar dient auch die Hochzeitsrede des Brautvaters vor allem dazu, im Namen der ganzen Hochzeitsgesellschaft Zustimmung zur Verbindung von Braut und Bräutigam zu signalisieren. Der Vater der Braut gibt der Beziehung seinen Segen und heißt den Bräutigam in seiner Familie willkommen. Erst nachdem der Redner sich diese Kernbotschaft bewusst gemacht hat, beginnt die Suche nach geeigneten Formulierungen oder Anekdoten für die Rede.

Zuerst braucht die Rede einen knackigen und humorvollen Einstieg, mit dem der Redner die Aufmerksamkeit seines Publikums gleich zu Beginn seiner Ansprache an sich reißt. Dieser Ice-Breaker kann sich zum Beispiel so anhören:

»Um ehrlich zu sein, bin sehr nervös, heute vor euch allen eine Rede zu halten. Doch wenn ich daran denke, wie nervös unser Bräutigam heute morgen in der Kirche gestanden hat, muss ich sagen: Im Vergleich dazu ist es eigentlich gar nicht so schlimm.«

Komplimente witzig verpacken

Ist der humorvolle Einstieg einmal geschafft, geht es darum, Brautpaar und Gästen zu zeigen, dass der Brautvater seinen frisch gebackenen Schwiegersohn für einen guten Kerl hält. Besonders unterhaltsam wird dieses Lob natürlich, wenn es in einen kleinen Witz verpackt wird. Zum Beispiel so:

»Ich bin ganz sicher: Unser Bräutigam wird meiner Tochter ein wunderbarer Ehemann sein. Er ist ehrlich, aufrichtig, fair und ein richtiger Teamspieler – Eigenschaften, die kaum für möglich gehalten hätte, wenn man bedenkt, dass er Fan des FC Bayern ist.«

Seine Zustimmung zur Ehe zwischen Braut und Bräutigam kann der Brautvater in seiner Rede auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass er erklärt, warum die beiden so gut zusammenpassen. Auch hier lässt sich problemlos ein kleiner Gag unterbringen:

»Braut und Bräutigam sind ein Superteam. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Aufgaben in ihrer Beziehung klar getrennt sind. Ein Beispiel: Christian ist der Boss. Dafür trifft Steffi alle wichtigen Entscheidungen.«

Die Brautvater-Rede ist kein Grundsatzreferat!

Manche Brautväter möchten Braut und Bräutigam in Ihrer Ansprache einen Ratschlag für die Ehe mit auf den Weg geben und sie von Ihrer eigenen Eheerfahrung profitieren lassen. Dies sollte aber auf keinen Fall in ein Grundsatzreferat ausarten. Vielmehr sollten Ratschläge kurzgehalten und am besten mit einem kleinen Gag abgerundet werden. Etwa so:

»Meine Frau und ich haben im Laufe unserer langen Ehe ein System entwickelt, mit dem das Feuer in unserer Beziehung niemals erlischt. Das geht so: Wir gehen jede Woche mindestens einmal abends aus, entweder ins Kino, ins Theater, zum Bowling oder zum Abendessen mit Freunden. Monika geht donnerstags. Ich gehe freitags.«

Inspiration für lustige Anspielungen auf die eigene Ehe des Brautvaters liefert auch die Ansprache des unvergleichlichen Heinz Ehrhard in „Rudi Carrell Show“ aus dem Jahr 1968.

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Vom Groben ins Feine

Nachdem die erste Fassung des Redetextes fertig geschrieben ist, geht es an den Feinschliff. Dabei ist es ganz wichtig, Worthülsen und Phrasen aus der Rede herauszustreichen. Formulierungen wie „in den Hafen der Rede eingelaufen“ sind so abgedroschen, dass sie dem Publikum höchstens ein Gähnen entlocken. Das Gleiche gilt für den Satz: »Wir haben keine Tochter verloren, sondern einen Sohn hinzugewonnen.« Diese und ähnliche Kalauer machen dem Publikum nur dann Spaß, wenn sie lustig und unterhaltsam abgewandelt werden. So um Beispiel:

»Kurz nachdem unsere Tochter den Bräutigam kennenlernte, ist sie bei uns zu Hause ausgezogen. Zuerst war das eine große Umstellung. Doch heute kann ich mit großer Freude sagen: Wir haben keine Tochter verloren. Wir haben ein Badezimmer hinzugewonnen.«

Zum Bearbeiten des fertigen Redetextes gehört in der Regel auch das Kürzen. Denn länger als fünf Minuten (maximal 750 Wörter) sollte die Ansprache auf keinen Fall dauern. Es tut zwar mitunter weh, einen liebgewonnenen Gag oder eine lustige Anekdote zu streichen. Aber die Zuhörer werden es dem Redner danken. Denn schließlich haben die Gäste am Tag der Hochzeit schon den Worten der Priesterin oder des Standesbeamten gelauscht. Und auch bei der Feier am Abend werden meistens mehrere Ansprachen gehalten, wie die Rede des Trauzeugen und natürlich die Hochzeitsrede vom Bräutigam selbst. Wer das Konzentrationsvermögen der Hochzeitsgäste nicht überstrapazieren und mit seinen Worten in guter Erinnerung bleiben will, sollte darum seine Rede daher möglichst kurz halten.

Gründliche Vorbereitung ist das A und O

Nachdem die Rede fertig geschrieben und redigiert ist, geht es an die Vorbereitung des Redevortrags. Hier gilt der Grundsatz: Zu viel Redevorbereitung gibt es nicht. Selbst Redner, die scheinbar frei und spontan sprechen, haben in den meisten Fällen akribisch für Ihren Auftritt geübt. Mark Twain hat es so formuliert:

„Für eine gute Stegreifrede brauche ich mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit.“

Darum sollten auch Brautväter bei Ihren Ansprachen nichts dem Zufall überlassen. Am besten übt man den Redetext vor der Hochzeitsfeier so oft wie möglich. Um eine klare Aussprache und eine souveräne Körpersprache zu trainieren, kann man von den Proben mit dem Handy eine Videoaufnahme machen und sich selbst beim Reden beobachten. Am Schluss sollte die Ansprache unbedingt vor einem Testpublikum vorgetragen werden. So stellt der Brautvater sicher, dass seine Worte überzeugend rüberkommen und alle Pointen wie geplant zünden.

Eine optimale Vorbereitung trägt auch dazu bei, den großen Bammel vor der Rede in den Griff zu bekommen. Denn je gründlicher ein Redner die ungewohnte Situation vorab einstudiert, desto sicherer fühlt er sich, wenn er bei der Hochzeitsfeier zum Mikrofon greift.

Fazit zur Hochzeitsrede des Brautvaters

Die Rede des Brautvaters dient dazu, der Verbindung des Brautpaars zu feiern und den Bräutigam offiziell in die eigene Familie aufzunehmen. Das ist ein offizieller Akt, den es zu beachten gilt. Wichtig ist, dass die Botschaft unterhaltsam und humorvoll rübergebracht wird. Abgedroschene Phrasen sollte man vermeiden und die Rede vorab sehr gründlich einstudieren. Dann steht einem glanzvollen Auftritt nichts mehr im Weg.

Tipp: Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema Hochzeitsrede als Brautvater und viele weitere lustige Formulierungen gibt es auf www.hochzeitsrede-bausatz.de.

Bild: shutterstock // oliveromg

Der Autor

Matthias Müller-Krey ist freiberuflicher Redenschreiber und Ghostwriter in Berlin. Er schreibt Reden, Bücher, Gastbeiträge, Briefe und andere Texte für Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Darüber hinaus unterrichtet er das Handwerkszeug des Redenschreiben in verschiedenen Workshops, darunter ein Online-Seminar.

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