Balkan statt Balkon
Sonne, Berge, Meer: Wie Albanien zum Ziel für lange Sommer wird
Es gibt Länder, die man besucht, und Länder, in denen man eine Weile bleibt. Albanien rutscht gerade von der ersten in die zweite Kategorie. Wer einmal an der albanischen Riviera war und die Farben des Wassers zwischen Saranda und Vlora gesehen hat, versteht schnell, warum immer mehr Reisende nicht nur zwei Wochen einplanen, sondern einen ganzen Monat oder länger. Das Leben ist günstig, die Tage sind lang, und kaum ist man angekommen, wird man von selbst langsamer.
Ein langer Aufenthalt verlangt aber eine andere Vorbereitung als ein Kurzurlaub. Der Gentleman-Blog zeigt, wo sich ein langer Sommer in Albanien lohnt, was man vor der Abreise klären sollte und wie man unterwegs zuverlässig online bleibt, ohne dass die Handyrechnung den günstigen Urlaub zunichtemacht.
Was einen langen Sommer in Albanien ausmacht
Die meisten kommen wegen der Küste. Zwischen Vlora und Saranda reihen sich Buchten aneinander, die im Juni und im September fast leer sind. Wer länger bleibt, sollte die Küste aber auch einmal verlassen. Über den Llogara-Pass führt eine der schönsten Straßen des Landes von Vlora hinunter ans Ionische Meer. Gjirokastra im Süden und Berat in der Landesmitte sind Altstädte aus Stein und Holz, beide stehen auf der Welterbeliste der UNESCO. Im Norden liegen die Albanischen Alpen um Theth und Valbona, wo man im Hochsommer der Hitze entkommt.
Gerade dieser Wechsel macht den Reiz eines langen Aufenthalts aus: ein paar Wochen am Meer, dazwischen Tage in den Bergen oder in einer der alten Städte. Man muss nichts abhaken. Das Land belohnt den, der sich Zeit lässt.
Gut vorbereitet für mehrere Wochen
Deutsche Staatsangehörige brauchen für Albanien kein Visum und dürfen nach den gängigen Angaben bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen bleiben. Die aktuellen Einreisebestimmungen nennt das Auswärtige Amt. Ein Blick dorthin lohnt sich vor jeder Reise.
Wichtiger als das Visum ist die Krankenversicherung. Albanien gehört nicht zur EU, die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite der Gesundheitskarte gilt dort nicht. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist deshalb Pflicht. Viele dieser Policen decken allerdings nur Reisen bis sechs oder acht Wochen ab. Wer länger bleibt, sollte die Bedingungen genau lesen und gegebenenfalls eine Langzeitversicherung abschließen.
Bezahlt wird in Lek. In Hotels und Restaurants der Touristenorte funktioniert die Karte meist, in kleinen Lokalen, auf Märkten und in den Bergdörfern zählt dagegen oft nur Bargeld. Geldautomaten gibt es in allen größeren Orten.
Wer einen Teil der Zeit arbeiten möchte, sollte das vorher mit dem Arbeitgeber klären. Arbeiten aus dem Ausland kann Fragen zu Steuern und Sozialversicherung aufwerfen, die man besser vor der Abreise beantwortet als danach.
Mobil online bleiben: Roaming, lokale SIM oder eSIM
Bleibt man länger, wird das mobile Internet zum Rückgrat des Alltags. Man hält Kontakt nach Hause, navigiert über Bergstraßen, sucht die nächste Unterkunft und beantwortet vielleicht auch ein paar E-Mails. Dafür gibt es drei Wege.
Der erste ist der eigene Mobilfunkvertrag. Weil Albanien nicht zur EU gehört, gilt das kostenlose EU-Roaming dort nicht. Manche deutschen Anbieter haben inzwischen Zusatzpakete für Länder außerhalb der EU oder speziell für den Westbalkan, deren Preise und Datenmengen sich stark unterscheiden. Wer nichts bucht und einfach lossurft, zahlt schnell viel Geld. Ein Blick in den eigenen Tarif vor der Abreise ist deshalb der erste Schritt.
Der zweite Weg ist eine albanische SIM-Karte. Vodafone und One verkaufen Touristenpakete in ihren Shops und am Flughafen Tirana. Sie sind günstig, setzen aber voraus, dass man vor Ort einen Laden findet und den Reisepass vorlegt. Wer über den Landweg oder an einem kleinen Flughafen ankommt, steht damit manchmal erst einmal ohne Netz da.
Der dritte Weg ist eine eSIM. Zum Beispiel mit der eSIM von Holafly in Albanien kann man ein digitales Datenprofil schon zu Hause aufs Smartphone laden. Man wählt die Laufzeit passend zur Reise, scannt im heimischen WLAN einen QR-Code, und bei der Ankunft ist man sofort online, ohne Ladensuche und ohne Formulare. Holafly bietet für Albanien Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen an, man muss den eigenen Verbrauch also nicht abschätzen.
Sehr praktisch: Die Holafly-eSIM ist eine reine Daten-SIM ohne eigene Telefonnummer. Die deutsche SIM bleibt parallel im Gerät, sodass Bank, Familie und Arbeitgeber die gewohnte Nummer weiter erreichen. Für Anrufe nach Hause reichen Messenger-Dienste über die Datenverbindung.

Drei Dinge vor der Abreise
Ein Blick in die Einstellungen zeigt, ob das Smartphone eSIM-fähig ist. Bei den meisten Modellen der vergangenen Jahre ist das der Fall, gerade bei Geräten aus Mobilfunkverträgen sollte man aber prüfen, ob sie für andere Anbieter freigeschaltet sind.
Die eSIM wird am besten noch zu Hause im WLAN installiert. Vor Ort wählt man sie dann in den Einstellungen als Leitung für mobile Daten aus und schaltet für sie das Datenroaming ein.
Für die deutsche SIM gilt das Gegenteil: Datenroaming aus, sonst entstehen genau die Kosten, die man vermeiden wollte. Auch eingehende Anrufe auf die deutsche Nummer können außerhalb der EU Geld kosten. Wer sicher gehen will, schaut vorher in die Preisliste des eigenen Anbieters. Wer den Laptop über das Handy ins Netz bringen will, sollte außerdem prüfen, ob der gewählte Tarif die Nutzung als Hotspot erlaubt und in welchem Umfang.
Der Sommer, für den man gekommen ist
Ist all das erledigt, bleibt Zeit für das, weswegen man so lange bleibt: für die langen Abende am Wasser, die Fahrten in die Berge und das Gefühl, dass die Zeit hier anders verläuft. Die Verbindung läuft im Hintergrund leise mit. Man denkt nur an sie, wenn man sie braucht, und dann ist sie da.
Bilder: depositphotos.com





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